Mannschaftskampf mit Uhrenhandicap

Beim neuerlichen Kräftemessen in der Verbandsklasse kam es Sonntag zum Aufeinandertreffen unserer Ersten mit dem Team von Rochade Eving. Bis das Ergebnis feststand, sollten gut sechseinhalb Stunden vergehen, obwohl zwischenzeitlich die Anzeichen für einen schnellen Entscheid zu unseren Gunsten sprachen. Denn einmal mehr legte Udo Jost einen fulminanten Blitzstart hin und beendete seine Partie im 18. Zug mit einem nur durch Damenverlust parierbaren Schachgebot und sorgte damit für unsere frühe 1:0-Führung.

Dabei kam seine Partie erst stockend in Gang, wurde Udos Tatendrang doch durch schwächelnde Batterien der Digitaluhr zunächst ausgebremst. War hier der Batteriewechsel und der Fortgang der Partie - da erst zwei Züge geschehen waren - noch recht unproblematisch, stieß Mannschaftsführer Bernd Brendemühl eine knappe Stunde später an die Grenzen der Bedienerfreundlichkeit beim Einstellen elektronischer Uhren. Am zweiten Brett brach die Stromversorgung der Uhr nämlich bei schon fortgeschrittener Partie zusammen, es galt den unterschiedlichen Zeitverbrauch nebst Modus für die erste und zweite Zeitkontrolle plus Zeitgutschrift per Hand neu einzugeben - was schließlich auch unter Miteinbezug des gegnerischen Mannschaftsführers Dirk Pahne gelang. Gefühlt dauerte das Einstellen der Uhr länger als die restliche Partie, da Igor Khess' Gegner das baldige Remisangebot im 21. Zug annahm. Währenddessen geriet Jörg Grube an Brett 4 zusehends unter Druck, an den anderen Brettern stand es dagegen ausgeglichen oder leicht besser für uns. Doch urplötzlich kippte der Kampf zu unseren Ungunsten, da praktisch auf einen Schlag die Mittelachse unserer Mannschaft, also die Bretter 3 bis 5, förmlich zerbröselte: Wie sich schon andeutete musste Jörg seine Partie schließlich aufgeben, doch überraschend verfing sich Christoph Lauche beim Versuch, einem Dauerschach auszuweichen, im Mattnetz des Gegners, und aus dem gleichen Motiv entglitten Bernd Figur und Partie. Damit lagen die Evinger auf einmal mit 3,5:1,5 vorne. Wenig später konnte ich aber zur Verkürzung des Abstands einen Punkt beisteuern und kurz nach der ersten Zeitkontrolle gab Oleg Reichmanns Gegner die Partie auf - Ausgleich! Aller Augen ruhten nun auf dem achten Brett, wo sich Lukasz Potyrala mit seinem jugendlichen Gegner in einem schwerblütigen Turmendspiel mit asymmetrischer Bauernstruktur auseinandersetzte. Etwas begünstigt durch das ungenaue Spiel seines Gegenübers konnte Lukasz Zug um Zug kleinste Vorteile schließlich zu einer gewonnenen Stellung verdichten und weit nach 20 Uhr den vollen Punkt für sich, und mit dem erreichten 4,5:3,5 auch beide Punkte für die Mannschaft einheimsen. Damit liegt das 98er-Flaggschiff nun mit 4:0 Mannschaftspunkten auf dem zweiten Platz in der Verbandsklasse und kann hoffentlich den Rückenwind der beiden Auftaktsiege mit nach Hamm nehmen, wo am 5. November der nächste Kampf ausgetragen wird.

Unsere am Sonntag zeitgleich in der Bezirksklasse angetretenen Teams kehrten mit unterschiedlichen Ergebnissen von ihren Einsätzen zurück: Während die Dritte in Mengede einen 5:3-Erfolg verbuchte, ließ die Vierte gegen DSV 2 beim 2,5:5,5 reichlich Federn. Beide Teams belegen nun ebenfalls zweite Plätze - die Vierte allerdings vom unteren Tabellenende her betrachtet ...

 

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