Strahlende Sieger im Westfalenkolleg

Nichts für schwache Nerven war der Kreisligakampf unserer Fünften gegen den Aufstiegsaspiranten Brackel VIII am gestrigen Sonntag. Als Vertretung für den verhinderten Klaus Collisy durfte ich die glänzend auf- und eingestellte Mannschaft während des Heimspiels als Mannschaftsführer betreuen und mich bereits nach meiner ersten Tasse Kaffee - da waren gerade 17 Züge gespielt - über den ersten Punkt für uns freuen: Reiner Schläger hatte seinem Gegner bereits in der Eröffnung eine Figur abgeluchst, die geöffneten Zentrallinien und ein ins Freie gezerrter König stellten zusätzliche Argumente für die frühe Aufgabe dar.

Die nächste Entscheidung ließ dann etwas auf sich warten und war aus unserer Sicht leider nicht so positiv, denn Lilo Böckmanns zähes Ringen um Kompensation für eine verloren gegangene Figur musste letztlich aufgegeben werden. Postwendend stellte Petra Wilkins aber den alten Abstand wieder her, indem sie ihren Gegner nach Figurengewinn und anhaltender Initiative bei überlegener Stellung zur Aufgabe brachte. Und an den anderen Brettern sah es eigentlich auch ganz gut für uns aus, einzig Andreas Schmidt hatte etwas zu optimistisch einen Läufer ins Geschäft gesteckt, suchte jedoch noch ausdauernd nach Schwindelmöglichkeiten. Am ersten Brett bemühte sich derweil Bettina Rostek um aktives Spiel gegen den weißen König, während Uwe Röll nach einem Qualitätsopfer seines Gegenspielers langsam auf den Gewinnweg einschwenkte.

Den nächsten Punkt für uns holte dann Abdullah Alghawi mit aktivem König und gedecktem Freibauern, eventuell aufkommende Euphorie erhielt aber sofort wieder einen Dämpfer, da Stefan Wangrin durch einen fiesen Spieß einen Springer einbüßte und Andreas vor der gegnerischen Übermacht dann doch kapitulieren musste. Bei einem Zwischenstand von 3:2 für uns und noch drei laufenden Partien zeichnete sich trotzdem eine kleine Sensation ab, da mindestens ein Mannschaftspunkt durchaus realistisch geworden war. Uwe wollte es denn auch wissen und lehnte ein Remis ab, Bettina kämpfte mittlerweile mit Dame und Freibauern gegen zwei aktive Türme, und Stefans Leichtfigurenendspiel war kompliziert genug, um auch noch der Gegenseite Fallen stellen zu können.

Die erste Zeitkontrolle war schon längst passé, frische Notationsformulare für weitere 60 Züge verteilt, die dritte Tasse Kaffee geleert - da gelang es Uwe, der in einem Endspiel mit Turm+König gegen drei verbundene Freibauern gelandet war, einen Irrlauf des gegnerischen Königs gewinnbringend auszunutzen. Damit war der Knoten geplatzt und Bettina konnte durch Zugwiederholung ein Remis erzwingen, womit sogar der nicht für möglich gehaltenen Mannschaftssieg unter Dach und Fach war. Wohlgemut konnte denn auch Stefan seine inzwischen hoffnungslos gewordene Stellung aufgeben.

Das Resultat von 4,5:3,5 für unseren Kreisligisten schafft eine gute Ausgangsposition für das abschließende Auswärtsspiel am 7. Mai, wo dann aus eigener Kraft letzte Zweifel am Ligaerhalt der Fünften ausgeräumt werden können. Eine super Leistung der ganzen Mannschaft - weiter so!

Die Einzelergebnisse im Überblick:

 

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