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Vierte bleibt drittes Mal punktlos

In der Begegnung des FSV 4 gegen Mengede 2 in der Bezirksklasse begann es zunächst durchaus positiv: Nach einem frühen Remis von Werner Nettbohl ergatterte Dieter Gerke an Brett 8 in einer Art königsindischem Angriff einen vollen Punkt. Dann aber überzog Christoph Rzoczek mit Weiß seinen zunächst ideenreich vorgetragenen Angriff gegen den schwarzen König und geriet schließlich selbst in ein leider allzu engmaschiges Mattnetz. Sascha Mihajlov bot lange Zeit mit Schwarz seinem Gegner Paroli, machte jedoch in einem eher remislichen Damen-Bauernendspiel einen riskanten Gewinnversuch und hatte alsbald das Nachsehen. Lothar Völler an Brett 1 verlor, mit Schwarz gegen die Reti-Eröffnung spielend, nach umfangreichem Abtausch einen Bauern, der seinem Gegner zum Gewinn reichte.
Somit hatten unsere Gäste in fünf Partien bereits 3,5 Punkte erzielt. Der Berichterstatter selbst war mit Weiß an Brett 2  im Katalanen lange Zeit recht hoffnungsfroh, mit einem starken Bauernzentrum einen Sieg einzufahren, nahm sich dann aber – ausschließlich auf Drohungen auf den schwarzen Feldern fixiert -  durch einen dusseligen Damenrückzug auf die Grundreihe ein wichtiges Fluchtfeld, was dem Gegner, der materiell mit zwei Bauern gegen einen Turm hinten lag, die Gelegenheit zu einem Dauerschach auf den weißen Feldern bescherte. Vier Punkte bereits für die Mengeder nach sechs entschiedenen Partien!
An Brett 6 verlor nun Rudi Dieckmann bei zunächst guter Stellung wohl deshalb, weil er gewinnen musste. Otto Winkler konnte seinen Gegner im Doppelturmendspiel noch in eine Verluststellung manövrieren, doch sein Sieg führte lediglich zum Endstand von 3 zu 5 Punkten. Bislang punktlos in drei Begegnungen muss die Vierte somit darauf hoffen, in Runde 4 am 3.12. eine Trendwende herbeizuführen – und dies ausgerechnet im Auswärtskampf gegen Brackel 6, den aktuellen Tabellenführer, dem unsere Dritte gestern, ebenfalls im Westfalenkolleg spielend, erst nach langem Kampf vier Punkte abtrotzen konnte.

70 Jahre NRW – 70 Jahre Schachabteilung

In die Feierlichkeiten zum Landesjubiläum am 23. August 2016 konnten sicherlich auch einige Vereine in NRW einstimmen, bedeutete doch die Neugründung dieses Bundeslandes auch das Inkrafttreten der entsprechenden Gesetze zur Zulassung und Anerkennung von (Sport-)Vereinen. Und in gewisser Weise betrifft dies auch unsere Schachabteilung.

Nun ist machem Schachfreund vielleicht gar nicht so recht klar, dass das „98“ in unserem Vereinsnamen nicht auf 1998, sondern auf 1898 als Gründungsjahr verweist. Gleichzeitig ist es aber auch nicht so, dass wir gar auf eine ähnlich lange Geschichte wie z.B. der DSV (von 1875) zurückblicken könnten – der Fall liegt etwas komplizierter …

Cover Deutsche Arbeiter SchachzeitungUrsprünglich hat unser Verein nämlich seine Wurzeln in der Arbeiter-Schachbewegung, die nach dem 1. Weltkrieg im damaligen Deutschen Reich enormen Aufschwung erlebte und zur Gründung zahlreicher Vereine führte – wenn auch aller Anfang zunächst schwer war: „Als im Jahre 1924 durch die Presse zur Gründung eines Arbeiterschachvereins aufgerufen wurde, war es nur ein kleiner Kreis, welcher diesem Folge leistete. Im „Kleinen Fürstenhof“ trafen sich 9 Wagemutige, die schwere Aufgabe auf sich zu nehmen.“ Doch bald schon „war die Mitgliederzahl so weit angestiegen, daß weitere Spielstunden in andere Stadtteile gelegt werden mußten. Es entstanden die Abteilungen am Borsigplatz, Eving und Brackel.“ So heißt es jedenfalls rückblickend in den Mitteilungen der Schachabteilung des FS 98 Nr.1 von November 1949. 

Ganz gesichert scheint das Datum 1924 gleichwohl nicht, lässt sich doch in einem späteren Bericht von 1973 lesen, dass man „in diesem Jahr (also 1973) auf ein Doppeljubiläum zurückblicken (kann). Ende 1923 wurde der ehemalige Arbeiterschachverein, der sich 1946 dem FS 98 als Schachabteilung anschloß, gegründet.“ So steht es jedenfalls im Industrie-Schach-Echo von August 1973, wo auch weiter ausgeführt wird: „Aus diesem Anlaß haben wir ein Einladungsturnier ausgeschrieben, das vom 24. August bis 28. September '73 im Vereinshaus St. Josef, Dortmund, Heroldstr. 13 durchgeführt wird. ... Der Kreis der eingeladenen Spieler läßt auf ein vorzügliches Spielniveau schließen, wenn es darum geht, die ausgesetzten Sachpreise mit nach Hause zu nehmen.“

Für das vorzügliche Spielniveau sorgte übrigens damals schon ein gewisser Schachfreund Jost - kein Geringerer als unser aktuell amtierender Vereins-Blitzmeister!

Der Arbeiter-Schachbewegung war indes keine strahlende Zukunft beschieden, mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete die Eigenständigkeit der Arbeiter-(Schach)Vereine. „Im Jahre 1933 wurde der damaligen Zeit entsprechend der Arbeiter Schachbund vom Vorstand aufgelöst. Viele Mitglieder gingen in andere Vereine über, wieder andere blieben der Sache treu“ heißt es nüchtern im Rückblick von 1949. Und so verliert sich auch ein wenig die Spur unserer Schachabteilung, bzw. deren Mitglieder. Erst nach dem Krieg finden sich die Versprengten wieder zusammen und reorganisieren sich 1946 unter dem Dach des Freien Sportvereins im neuen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die Quellenlage für Nachforschungen zur Geschichte unseres Vereins ist – bedingt durch Krieg und wechselnde Vorstände – reichlich schwierig. Die hier wiedergegebenen Fakten beruhen auf Recherchen des Dortmunder Schachhistorikers Siegfried Zill (Rochade Eving), dem ganz herzlich für die Zusendung des Materials gedankt sei.

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(Die beiden Schwerarbeiter in obiger Abbildung thronen übrigens über zeitlos wahr gereimten Worten: "Wer Logik liebt und Phantasie und Freude hat am Denken, der soll zu einer Schachpartie die Schritte zu uns lenken.")

 

Mitgliederwerbung

Die Abteilung Schach des FS98 sucht noch Spieler für die Bezirksliga und Bezirksklasse im Schachbezirk Dortmund. Das DWZ Niveau sollte für diese Klassen möglichst > 1600 sein.
Wer Lust hat während der Saison regelmäßig Schach zu spielen, kann sich gerne bei mir melden. Dann können wir uns an Vereinsabenden verabreden und sehen, ob die beiderseitigen Erwartungen an gedeihliche Schachtreffen erfüllt werden. Zu unseren Schachabenden treffen wir uns im Haus der Vielfalt . Einem lebendigen interkulturellen Veranstaltungsort.
Da der Meldeschluss für die Mannschaftsmeisterschaft Ende Juli ist, wäre eine schnelle Reaktion hilfreich! 

Am 25.6.2016 veranstalten wir unser Sommerfest. Das wäre, für Interessenten nach Absprache, eine gute Gelegenheit einen großen Teil unserer Mitglieder kennen zu lernen.
Also - fasst Euch ein Herz und tut was gegen den Mitgliederschwund im Schach.

Meine Kontaktdaten:

Erwin Hein, Spielleiter FS98-Schach

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mobil: 0176 61650783

Weihnachtsgruß

 


Allen Mitgliedern und Freunden der Schachabteilung des FS98

frohe Fest- und Feiertage!


 

 

Impressum

Der FREIBAUER wird herausgegeben von der Abteilung Schach im Freien Sportverein von 1898 Dortmund e.V. (Vereinsregistereintrag Nr. 1878, Amtsgericht Dortmund). Der Verein ist Mitglied im Landessportbund Nordrhein-Westfalen e.V. (Ver.-Nr. 500-2143). Die Abteilung Schach ist über die Schachgemeinschaft Dortmund 1926 Mitglied im Schachbund Nordrhein-Westfalen e.V. (ZPS-Nr. 61210).

 

1. Vorsitzender des Gesamtvereins FS 98 Dortmund

N.N.

 

Geschäftsführend für den Hauptvorstand

Birgit Kortum-Schäfers
Arndtstraße 6
44135 Dortmund
Telefon 02 31 / 12 31 59

 

Leitung der Schachabteilung (1. Vorsitzender)
Dr. Christian Bommert
Blütenweg 4
44265 Dortmund
Telefon 02 31 / 3 95 13 14
Mobil (01 57) 75 24 37 52

 

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht zwangsläufig die Meinung des Vereins- und Abteilungsvorstands wieder.

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